Naturtage

Im Wald sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte… (Franz Kafka)

Jede Kindergartengruppe verbringt monatlich zwei bis drei Tage draußen in der freien Natur, entweder im Waldgebiet um Winterhausen, am Main, in den Weinbergen oder in der Flur mit ihren Feldern und Obstbeständen, rund um den Kindergarten.

Regelmäßige Ausflüge in die Natur

Diese Naturtage werden entweder eine Woche im Voraus durch ein Plakat an der jeweiligen Gruppentüre angekündigt oder erfolgen spontan. Bitte sorgen Sie als Eltern dafür, dass Ihre Kinder für diese Ausflüge entsprechend der Witterung ausgerüstet sind. Auch unsere Jüngsten aus der Kleinkindbetreuung unternehmen oft Spaziergänge in die nähere Umgebung. Sie sind dann mit ihren zwei „Krippenbussen“ unterwegs.

Die Kinder benötigen an diesen Tagen:

  • wettergerechte Kleidung im „Zwiebellook“, die auch schmutzig werden darf, evtl. „Matschhose“
  • lange Hosen und eine Kopfbedeckung
  • Regenbekleidung (Rucksack)
  • passender, gut sitzender Rucksack
  • gutes Schuhwerk mit griffiger Sohle
  • Sitzgelegenheit, z. B. ein Stück Isomatte
  • eine Lupe oder ein Lupenglas
  • evtl. Sonnenschutzcreme und Sonnenhut
  • eine „waldgerechte“ Brotzeit ohne „Löffel“ in einer Brotzeitdose sowie
  • eine bruchsichere Trinkflasche
  • kein weiches und süßes Obst wie Bananen oder Birnen (Insekten!)
  • bitte keine süßen Gebäckteile mitgeben

Die Natur und speziell der Wald sind zur Aufrechterhaltung unserer Gesundheit unerlässlich

„Gesundheit ist mehr als nur frei sein von Krankheit. Sie ist ein Zustand von körperlichem, seelischem, geistigem und sozialem Wohlbefinden“, so die Definition der Weltgesundheitsorganisation. Gesundheit wird gesehen „als ein positives Konzept, das die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit ebenso betont, wie die körperlichen Fähigkeiten.“ Gesundheitsförderung ist also ein Prozess, der darauf abzielt, Kindern „ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.“ (KiTa, S. 228, 11/10)

Darunter verstehen wir u. a. (KiTa, S. 118, 11/10):

Die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Kinder stärken

Das heißt: Kinder sind in der Natur den unterschiedlichen Wetterverhältnissen ausgesetzt. Sie erleben die Jahreszeiten hautnah, spüren Wärme, Wind und Kälte und müssen ihren Körper entsprechend auf unterschiedliche Gegebenheiten einstellen. Sie müssen ihr Verhalten entsprechend anpassen, sich um ihre Bedürfnisse kümmern und auch unangenehme Gefühle und Empfindungen aushalten und sich Herausforderungen mutig stellen. Kinder lernen so mit Unannehmlichkeiten umzugehen und zumutbare Grenzerfahrungen, wie etwa durch Witterung, auszuhalten. Die Herausforderung auf Baumstämme zu klettern oder eine längere Wegstrecke zu gehen, stärkt die Gesundheit der Kinder. Sie lernen ihre Kräfte einzuschätzen und einzusetzen, sie erfahren Erfolg, lernen aber auch mit Misserfolg, Frustration und Stress umzugehen und können Belastungen standhalten.
Eine Stärkung der individuellen und sozialen Ressourcen eines Kindes und sein positives Selbstkonzept ist Grundlage glückender Gesundheitsförderung.

Partizipation und Ko-Konstuktion

Das heißt: die Kinder gestalten ihre Bildungslandschaft im gemeinsamen Erleben von Eindrücken und Situationen. Pädagogen begleiten und initiieren Bildung- und Entwicklungsprozesse der Kinder.

Ganzheitliches Lernen kann stattfinden

Das heißt: wenn Entdecken und Forschen Freude macht und die Neugierde der Kinder erhalten bleibt. Kinder fühlen sich glücklich und zufrieden, wenn sie aus eigenen Kräften etwas geschaffen haben, wenn sie in unserem und ihrem Tun Begeisterung spüren. Tätig sein als solches gibt uns Antrieb und Bestätigung. Arbeit und Lernen als Gewinn unserer Lebensqualität betrachten zu können, schützt vor Krankheit, Überdruss und Burn-out.

Unverzichtbare Sinneserfahrungen erleben

Das heißt: Kinder schätzen an der Natur vor allem die Abwechslung, die Möglichkeit nach immer wieder neuen Aktivitäten, sie fühlen sich frei und ungezwungen.
Die Offenheit und Sensibilität für die Dinge der Natur ist nie wieder so ausgeprägt wie in der Kindheit. Ein Mangel an primärer Naturerfahrung in dieser Phase kann wahrscheinlich durch keine noch so stimulierende Ersatzwelt kompensiert werden und später wohl auch nicht mehr aufgeholt werden.
Spielen mit Naturmaterialien, mit Erde und Wasser ist eine ganz ursprüngliche, sinnliche Art sich zu beschäftigen. Die Kinder versinken in ihrem Tun, sie sind mit allen Sinnen beim Spielen. Naturspielzeug lässt den Kindern einen höheren Handlungsspielraum zu, sie sind freier in ihrer eigenen Interpretation. Kreatives Denken und die Notwendigkeit miteinander zu kommunizieren werden gestärkt.

Erfahren von Kontinuität und Sicherheit

Das heißt: die Natur verändert sich ständig und bietet zugleich Kontinuität. Sie ist immer wieder neu, z. B. durch den Wechsel der Jahreszeiten, und doch bietet sie die Erfahrung von Verlässlichkeit und Sicherheit: Bäume überdauern die Zeitläufe der Kindheit und stehen für Kontinuität.

Das körpereigene Immunsystem wird gestärkt und verringert so die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten

Das heißt: ein regelmäßiger Aufenthalt in der Natur ist für alle Kinder eine Notwendigkeit.

Bewegung als Grundlage wichtiger Prozesse

Das heißt: dass Bewegung ein unverzichtbarer Bestandteil für eine gesunde Entwicklung ist. So benötigen Kinder zum Aufbau ihrer organischen Funktionen eine Belastungseinheit von mindestens 2 – 3 Stunden pro Tag. Kinder haben zudem einen natürlichen Drang und Freude daran, sich zu bewegen. Für sie ist Bewegung ein wichtiges Mittel, um ihre Umwelt zu begreifen, ihre Fähigkeiten kennen zu lernen, zu trainieren und zu kommunizieren. Motorik ist eng verbunden mit sensorischen und psychischen Prozessen und bildet die Grundlage für kognitive und soziale Lernerfahrungen.
Der Naturraum ist der größte Bewegungsanimateur mit seinen unterschiedlichen Geländestrukturen. Sie fordern die Kinder heraus, die eigenen Kräfte beim Hüpfen, Springen, Klettern, Kriechen, Balancieren und Laufen auszuprobieren. Durch die unterschiedlichen Geländestrukturen werden zudem differenzierte Bewegungsformen ausgelöst und die Wahrnehmungsfähigkeit und Konzentration gestärkt. Dies führt wiederum zu einer permanenten Stärkung des Gleichgewichtsorgans und zur Beanspruchung der gesamten Körpermotorik.

Fazit

Unsere Kinder werden vieles brauchen um sich gesund und glücklich zu fühlen und um Problemsituationen in Zukunft zu meistern – vor allem aber folgendes: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Fähigkeiten der anderen sowie soziale Kompetenz und Intelligenz, die Fähigkeit, Visionen zu entwickeln und den Mut, diese zu verwirklichen.

Verhaltensregeln im Wald und wie Sie Ihr Kind beim Aufenthalt im Wald schützen können

Regelmäßig besprechen wir mit den Kindern Verhaltensregeln im Wald und Flur, um möglichen Gefahren vorzubeugen.

Dazu gehören z. B. (KiTa, S. 228, 11/10):

  • keine Federn sammeln
  • keine toten Vögel oder Tiere anfassen
  • keine Beeren oder andere Pflanzenteile in den Mund nehmen
  • das Klettern auf Holzstapeln ist verboten wegen der Abrutschgefahr und möglichen Einklemmungen
  • nur ausgewiesene Kletterbäume besteigen
  • Hochsitze nicht besteigen
  • keine Insekten anlocken und keine hektischen Bewegungen in ihrer Nähe machen
  • grundsätzlich soll der Lebensraum nicht beschädigt oder verunreinigt werden, Tiere und Pflanzen nicht zerstört werden

Bitte schützen Sie Ihr Kind durch folgende Maßnahme:

Die befürchteten Ansteckungen mit FSME oder Borreliose durch einen Zeckenbiss lassen sich in den meisten Fällen verhindern. Als wichtigste Regel gilt, die Kinder sofort nach dem Aufenthalt im Freien auszuziehen, abzusuchen und gegebenenfalls die Zecke fachgerecht zu entfernen. Kinder können durch entsprechende Kleidung, d. h. geschlossene Schuhe, Socken, die über eine lange Hose gezogen werden, langarmige Shirts und eine Kopfbedeckung und möglichst helle Kleidung, geschützt werden. (KiTa, S. 228, 11/10)

Lieber Alt-Bürgermeister Wolfgang!

Vielen lieben Dank für alles!!