Selbstständigkeit

Aufgrund seiner Fortschritte in der motorischen Entwicklung stehen für das Kind ab dem zweiten Lebensjahr Exploration und Interaktion mit seiner Umwelt im Vordergrund. Es erkundet nun die Welt, indem es Tag für Tag seinen Aktionsradius erweitert – allerdings immer auf der Basis seiner bisherigen Beziehungserfahrungen. Es lernt nun Laufen und erforscht damit seine Umwelt jeden Tag ein Stückchen mehr. Es lernt alleine zu essen und zu trinken, sich täglich besser zu verständigen, lernt neue Spielmöglichkeiten kennen und interessiert sich zunehmend für Personen und Dinge in seiner Umgebung. Es möchte vieles selber bestimmen und alleine tun. Sein Selbstbewusstsein entwickelt sich und strebt nach Autonomie.

Dieses Streben erreicht im dritten Lebensjahr seinen ersten Höhepunkt – die Entdeckung des „Ich“. Kinder sind sich jetzt ihres Handelns und seiner Wirkung bewusst und das stabilisierende Selbstbewusstsein bringt das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Autonomie mit sich. Das sind wichtige Prozesse für die Zukunft, die im erzieherischen Alltag anfangs jedoch nicht immer leicht zu handhaben sind. So gehört die Trotzphase zu den größten Stolpersteinen im Alltag (Siehe auch unter Punkt „Emotionale und soziale Kompetenzen“).

Wir fördern und fordern aber auch die Selbstständigkeit der Kinder in meist alltäglichen Situationen, wie dem An- und Ausziehen, Händewaschen, Toilettengang, beim Essen und Trinken, beim Putzen der Nase oder beim Spiel. Denn warmherziges, unterstützendes, aber dennoch forderndes und zugleich Grenzen setzendes Erzieherverhalten stärkt nicht nur in dieser anstrengenden Phase die Entwicklung der Kinder.

Lieber Alt-Bürgermeister Wolfgang!

Vielen lieben Dank für alles!!